Als Zierpflanze genutzt, wurden ihre Vorzüge erst im Mittelalter erkannt. Im 13. Jahrhundert empfahl man sie zur Stärkung der Knochen oder, mit Honig vermischt, zur Förderung der Verdauung. Sie ist zudem ein hervorragendes Deodorant. Heute wird die Bitterorange aufgrund ihrer Stabilität, im Gegensatz zu anderen Zitrusfrüchten, häufig in Kosmetika, Hautpflegeprodukten und Parfums verwendet. Im 19. Jahrhundert begann der Botaniker Benjamin Balansa nach seiner Rückkehr aus Vietnam, wo Bitterorangenbäume in großem Umfang angebaut werden, mit der Destillation der Bitterorange in Paraguay. Paraguay ist heute der weltweit größte Produzent. Ihr unverwechselbarer Geschmack ist spezifisch für die beiden verwendeten Bitterorangensorten: Apepú-Jhai und Apepú jhe'e (Apepu bedeutet Bitterorangenbaum).
Der Ursprung der Pflanze
Die Bitterorange, auch bekannt als Sevilla-Orange, stammt ursprünglich aus Asien und ist ein kleiner, dorniger, immergrüner Baum, der 3 bis 10 Meter hoch wird. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Seine Früchte sind kleine Zitrusfrüchte mit zahlreichen Kernen; sie sind essbar, schmecken aber sehr bitter. Petit Grain Bitterorange ist ein Destillat, das aus jungen, belaubten Zweigen und Ästen hergestellt wird, deren Blüten bereits junge Früchte gebildet haben. Es sollte nicht mit Neroli verwechselt werden, das aus den Blüten und Knospen von Zitrusbäumen gewonnen wird.